NLP in Hamburg

 
Trainer's Training in den USA
mit Richard Bandler - Robert Dilts & Judith DeLozier

von Dr. Maren Franz (1996)


Nach meiner Practitioner- und Masterausbildung in Deutschland erfüllte ich mir diesen Sommer einen Traum: Trainer’s Training in den USA bei Richard Bandler & John LaValle und bei Robert Dilts & Judith DeLozier.

TRAINER’S TRAINING MIT RICHARD BANDLER & JOHN LAVALLE Das Training unter dem Titel "Charisma Enhancement" wurde von Richard Bandlers "First Institute" veranstaltet und fand in einem Hotel im Niemandsland von Minnesota statt. In diesem Hotel standen zwei fensterlose Seminarräume zur Verfügung, die nicht gerade eine ideale Lernatmosphäre, für die ca. 80 Teilnehmer aus aller Welt, schafften. Trotzdem war die Stimmung die ganze Zeit gut. Das 6-tägige Training wurde von Richard Bandler, John LaValle und Michael Breen als hochkarätigen Assistenten, durchgeführt. Als special-guest hielt Robert Anton Wilson zwei Gastvorträge.
John trainierte die eher "technischen" Aspekte von öffentlichen Auftritten - bspw. richtiges Stehen auf der Bühne, Ankern, expressives Sprechen, Körpersprache, Umgang mit "Störern" und Beantwortung von Fragen. Außerdem begleitete er die Bühnenauftritte der Teilnehmer mit kritischer und humorvoller Unterstützung. Diese Auftritte - jeder Teilnehmer mußte drei davon vor laufender Videokamera absolvieren - sind aus meiner Sicht ambivalent zu beurteilen. Einerseits ist es eine großartige Lernerfahrung von Anfang an vor 80 Leuten auf der Bühne zu stehen, mit dem Auftrag, sie spontan in bestimmte states zu versetzen und zu erleben wie sich im Laufe des Training der anfängliche Streß in Vergnügen umwandelt. Andererseits verbrauchten diese 3 - 5 minütigen Auftritte aller 80 Teilnehmer einen zu großen Teil der kostbaren Zeit. Das abschließende 5-Minuten-Testing (5 Minuten können lang sein, wenn man unvorbereitet etwas inszenieren muß) dauerte fast den ganzen letzten Tag. Mit den Videoaufnahmen wurde übrigens nicht weiter gearbeitet.


Richard übernahm jeden Tag ca. 2-3 Stunden des Trainings - sie waren das Highlight des Tages. In bester Laune erzählte er den größten Teil der Zeit Geschichten, in die Trancearbeiten (z.B. nested loops) integriert waren. Er arbeitete die ganze Zeit auf der Ebene des Unbewußten und ergänzte damit das eher "technische" Training von John. Ihm geht es um "states" und "attitudes" und um das Lernen auf unbewußter Ebene. Zwischendurch gab er kurze Übungen für die Teilnehmer, in denen z.B. kongruentes Auftreten, das Wechseln von states und verschiedene Techniken, wie "nested loops" und "amnesia technique" geübt wurden. Außerdem wurden in Trancearbeit verschiedene Trainerstates installiert. Obwohl die Übungen sehr knapp erklärt wurden, so daß bei einigen Teilnehmern Verwirrung herrschte und obwohl die Übungsgruppen dicht gedrängt arbeiten mußten, gab es viel Spaß und sichtbare Erfolge. Ein amerikanischer Freund charakterisierte Richards Trainingsstil folgendermaßen: "He teaches the way children learn: fast, deep, permanent and unconcious." Ein Wort noch zu Richard: ja er ist sehr speziell, redet viel über Geld und Sex und er verwendet gerne Wörter, die andere nicht in den Mund nehmen. Während dieses Trainings habe ich ihn aber nie - wie ihm von einigen Leuten vorgewurfen wurde - als gewaltsam, sexistisch oder unangemessen erlebt. Im Gegenteil, nach allem was ich vorab über ihn gehört und gelesen hatte, war ich überrascht, einen Menschen zu erleben, der Schokoriegel spendiert, sich um unsere Gesellschaft Gedanken macht, sehr humorvoll, unterhaltsam ist und geduldig bergeweise Bücher individuell signiert. Seinen Trainern gab er folgende Widmung mit auf dem Weg: "To my trainers class of 1996 - may the light of wisdom shine from your soul every day - Love is the law, love under will - blessed be who teach other freedom with spirit"


TRAINER’S TRAINING MIT ROBERT DILTS & JUDITH DELOZIER Mein zweites Trainer’s Training startete eine Woche später in Kalifornien auf dem Campus der University of California in Santa Cruz. Hier findet jedes Jahr von Mitte Juni bis Ende August die NLP-University von Robert Dilts und Judith DeLozier statt. "The vision of NLP University is to create a context in which professionals of different backgrounds can develop fundamental and advanced NLP skills for applications relevant to their profession. The mission of NLP University is to provide the organizational structure through which the necessary guidance, training, culture and community support can be brought to the people who are interested in exploring the global potential of Systemic NLP." Um es vorweg zunehmen - die NLPU hält, was sie verspricht.
Der Trainingsort ist phantastisch: es gibt genügend Raum für die Übungsgruppen, helle Räume, Rasenflächen, Openair-Sitzecken und einen Videoraum. Mit dem Bus ist man in 15 Minuten in Santa Cruz, einer netten Kleinstadt, mit schönem Strand.


Das 14-tägige Trainer’s Training hatte ca. 60 Teilnehmer, die - wie bei Richard Bandler - aus aller Welt kamen. Das Training wurde von Robert und Judith mal abwechselnd, mal im Team durchgeführt. Als Gasttrainer haben Lara Ewing und Richard Clark je einen Trainingstag übernommen, wodurch wir sehr unterschiedliche Trainingsstile kennenlernen konnten. Die Trainer wurden durch fünf sog. Resourcepeople (Assistenten) aus verschiedenen Ländern unterstützt, so daß einige der Übungsgruppen in ihrer jeweiligen Muttersprache arbeiten konnten. Das NLPU-Training unterscheidet sich grundsätzlich von Bandlers Training und stellt mehr als eine phantastische Ergänzung dar. Robert und Judith arbeiten primär auf der Ebene des Bewußtseins - sie erklären sehr ausführlich und gut. Durch ihre Präsentationen, Demonstrationen, kleinere Trancearbeiten am Ende des Tages und durch ihre ganze Art - wie sie NLP vorleben - sprechen sie natürlich auch das Unbewußte an. Bei Judith und Robert sieht man jeden Tag, daß sie wahre NLP-Meister sind und man spürt, daß sie mit vollem Engagement und von ganzen Herzen dabei sind. Im Laufe des Trainingstages wird in ständig wechselnden Übungsgruppen (2-12 Personen je nach Übung) zusammengearbeitet. Diese Gruppen und die großartige Lernatmosphäre die Robert und Judith erzeugen sind m.E. das besondere an der NLPU. Es gibt immer wieder Möglichkeiten sich auszuprobieren, getragen von einem echten Communitygefühl. Viel Spaß läßt Lernstreß auch an intensiven Arbeitstagen nicht aufkommen. Und die Teilnehmer lernen unglaublich viel neues voneinander, während sie NLP-Präsentationen, Demonstrationen usw. üben - hier findet ein echter Austausch statt.


An zwei halben Tagen wurde die Trainerausbildung mit der parallel stattfinden Practitionerausbildung gekoppelt. Die Gasttrainer, die die Practitioner an diesen Tagen ausbildeten, trafen sich mehrmals mit der Trainergruppe, um ganz konkret über den Ablauf des Practitionertrainings zusprechen. Außerdem wurde das Assessment für die Practitioner von der Trainergruppe durchgeführt - learning by doing, für beide Seiten. Die Inhalte des Trainings lassen sich hier nur kurz anreißen. Zum einem wurden die Elemente eines guten NLP-Trainings, wie Präsentation, Demonstration, Übungen, Assessment, ausführlich vorgestellt und geübt. Ankern von Gruppen, der Umgang mit unterschiedlichen Lernstilen, Feedback und der Umgang mit schwierigen Situationen, wurden genauso trainiert wie bspw. Improvisationen und Metaprogramme in Gruppen. Je einen Tag lang ging es um den Aufbau eines guten Trainerstate, die eigene Vision/Mission, sowie logical level alignment und um das Modeling des eigenen Genies (jeder ist irgendwo exzellent), mit dem Ziel voneinander zulernen und sich selber besser kennenzulernen. Ich denke wir alle haben von dem Training an der NLPU viel mehr mitgenommen, als nur Trainerfähigkeiten - eine Mission wurde lebendig: "Creating a world to which people want to belong."

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